Die Trainingsangebote auf den folgenden Seiten richten sich an Menschen, die in erster Linie als Privatpersonen Sicherheit im Umgang mit Konflikten und Gewalt erlangen möchten.
Der geringe Wissensstand von Frauen über das Thema (sexualisierte) Gewalt ist oftmals überraschend und erschreckend. Viele Frauen wissen nicht, dass die meisten Gewalttaten von Menschen im sozialen Nahbereich ausgeübt werden und nicht von Fremdtätern. Sie wissen wenig über Täterstrategien und Täterverhalten. Dass beispielsweise bei Übergriffen von Fremdtätern, die Täter zu einem sehr hohen Prozentsatz von den Frauen ablassen, wenn diese Gegenwehr leistet.
Frauen leiden dadurch oftmals unter diffusen Ängsten und unter Ohnmachtsgefühlen, wenn sie sich im öffentlichen Raum befinden, verbal attackiert werden, anzügliche Witze erzählt bekommen und ähnliches.
Diese Ängste sollen im Training durch Aufklärung und praktische Übungen abgebaut und durch realistische Handlungsalternativen ersetzt werden. Der Schwerpunkt des Trainings liegt dabei auf der Vermittlung von sinnvollen Selbstbehauptungsstrategien, die sowohl im beruflichen als auch im privaten Zusammenhang eingesetzt werden können.
Eine frühzeitige Wahrnehmung von Grenzüberschreitungen und Gefahren, hilft Frauen, möglichst gar nicht erst in eine brenzlige Situation zu kommen. Für den Fall, dass eine solche Situation nicht zu vermeiden ist, werden die Frauen mittels praktischer Übungen zur Körpersprache und Sprache Reaktionsmöglichkeiten kennen lernen, um grenzüberschreitende Situationen zu entschärfen, schnell zu beenden bzw. eine Eskalation zu vermeiden.
Das Unterstützen und Herausarbeiten der eigenen Stärken ermöglicht ein breit gefächertes Verhaltensrepertoire, das individuelle Lösungsstrategien bietet. Die Frauen haben die Chance, sich im geschützten Raum auszuprobieren und so psychische Sicherheit zu bekommen.
Kommt es trotz allen Deeskalationsversuchen zu einem körperlichen Angriff ergänzen leicht erlernbare und effektive Selbstverteidigungstechniken in Form von Abwehr,- Schlag- und Tritttechniken die körperliche Wehrhaftigkeit von Frauen.
Nach polizeilichen Statistiken finden Gewalttaten hauptsächlich unter und gegen junge Menschen statt. Ältere Menschen sind dagegen deutlich seltener von Gewalttaten betroffen. Die Presse greift Einzelfälle gerne auf und erweckt durch eine spektakuläre Berichterstattung, den Eindruck, dass Seniorinnen und Senioren besonders gefährdet seien.
Diesen Eindruck nehmen vor allem die älteren Menschen auf, die sich subjektiv in der Öffentlichkeit nicht sicher fühlen. Die körperliche Verletzlichkeit und geringere körperliche Kraft verstärken Gefühle der Unsicherheit und Angst.
Das Ziel des Trainings ist es, älteren Menschen mehr Sicherheit für ihren persönlichen Alltag zu vermitteln und die Angst vor Kriminalität zu nehmen.
In praktischen Übungen und Gesprächen sollen folgende Fragen beantwortet werden. Welche Kriminalitätsformen gibt es, von denen vor allem ältere Menschen betroffen sind? Wie kann ich mich vor Übergriffen auf der Straße schützen? Wie erkenne ich Trickbetrüger und wie wehre ich mich dagegen? Welche präventiven Maßnahmen gibt es, um mein Leben sicherer zu machen? Was tue ich, wenn ich von Gewalt betroffen bin oder Gewalt beobachte? Welche Hilfen gibt es?
Immer wieder werden Menschen Zeugen von Belästigungen, Übergriffen, rassistischen Gewalttätigkeiten, Unfällen und Straftaten auf der Straße, in Parks, in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Geschäften, in Kneipen, in Diskotheken oder auch in der eigenen Nachbarschaft. Sie stehen daneben und schauen nur zu.
Die Gründe für die unterlassene Hilfeleistung sind mannigfaltig. So haben Menschen beispielsweise Angst selbst verletzt zu werden, Angst vor unangenehmen Folgen, wie Zeugenaussagen oder auch schlicht Zeitdruck.
Es gibt aber auch eine große Anzahl von Menschen, die in solchen Situationen gerne helfen würden, aber nicht einschreiten, weil sie nicht wissen, was sie tun können.
In dem Training für Zivilcourage können sie genau das lernen. Wie schätze ich Notsituationen richtig ein? Welche Möglichkeiten der Hilfeleistung gibt es? Wie kann ich intervenieren, ohne mich in Gefahr zu bringen? Welche Einflussfaktoren gibt es, die die Entscheidung zur Hilfeleistung beeinflussen?
Das Ziel ist es, eine Haltung zu finden, die Zivilcourage unter Wahrung der eigenen Grenzen ermöglicht.
Das Training richtet sich an alle Interessierten, die in Übungen und Rollenspielen konkrete Verhaltensmöglichkeiten für Konflikt- und Gewaltsituationen ausprobieren und die Wirkung ihrer Interventionen überprüfen möchten - so sind sie in Zukunft vorbereiteter um aktiv Hilfe leisten zu können.